Irreführende Prognosen für brasilianische Kaffeeproduktion

Irreführende Prognosen für brasilianische Kaffeeproduktion

Irreführende Prognosen für brasilianische Kaffeeproduktion / Copyright: stockcreations – Fotolia.com

Große Unterschiede zwischen den prognostizierten Ernteerträgen für die einzelnen brasilianischen Kaffeesorten, gerade durch die Schätzungen bezüglich des Erntevolumens der Sorte Robusta (in Brasilien „conilon“), sind laut Branchenexperten ein Faktor, der zu der erhöhten Volatilität im Arabica-Kaffeemarkt beiträgt.

Die Prognosen für die Robusta-Ernte bewegen sich zwischen 12 Millionen und 16 Millionen 60kg-Säcken. Dies kann die Schätzung der Gesamtproduktion an Kaffee übertrieben positiv darstellen, da die Ernte der beliebteren Arabica-Bohne, welche 70% der nationalen Kaffeeproduktion ausmacht, Anfang des Jahres aufgrund extremer Hitze und Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Dadurch, dass nun die Ernteergebnisse bei der Prognoserstellung gemeinsam betrachtet werden, wird das Gesamtergebnis positiver dargestellt, als es in Wirklichkeit ist.

Carlos Brando von P&A Marketing Internacional empfiehlt daher den Marktteilnehmern, die Produktionsmengen der Arabica- und der Robusta-Bohne getrennt zu betrachten.

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Rekord-Hitze in Brasilien führt zu höheren Kaffee-Preisen

Extrem-Hitze in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Extrem-Hitze in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Kaffee könnte jetzt spürbar teurer werden. Extreme Hitze in Brasilien gefolgt von Dürre gefährdet die Bohnenernte im wichtigsten Kaffeeland. Der Preis an der Börse erlebte seit Beginn des Jahres bereits einen Anstieg von 29%, angesichts der Sorge vor schweren Ernteschäden. Da Brasilien weltweit der größte Kaffeeproduzent ist, rund ein Drittel des weltweiten Bedarfs werden laut der Internationalen Kaffee Organisation (International Coffee Organization, ICO) aus dem Land gedeckt, hat jede Preisbewegung brasilianischen Kaffees auch einen Einfluss auf die internationalen Konsumentenpreise.

Für Kaffee, der im März dieses Jahres geliefert wird, legte der Preis an der New Yorker Börse um 6,85 US-Dollar-Cent auf 1,43 US-Dollar zu. Das sind 5% und damit die höchste Notierung seit vergangenem Mai.

Die Situation hat sich in den letzten Wochen noch verschärft, da Brasilien unter einer starken Hitze-Welle leidet. Besonders die Mitte des Landes und der Nordosten sind derzeit von extremer Trockenheit betroffen. Meteorologen warnen, dass es viel zu wenig regnet. Der Januar 2014 war der heißeste Monat seit Aufzeichnung der Daten.

Wenn die Dürre anhalte, könne der Preis auf bis zu zwei US-Dollar pro Pfund steigen, sagt Sterling Smith, Rohstoffexperte der Citigroup. Es gelte als wahrscheinlich, dass die Verbraucher das schon bald weltweit zu spüren bekommen. “Wenn die Preise für weitere 30 bis 60 Tage über 1,30 US-Dollar bleiben, werden wir sehen, dass auch die Preise in den Läden steigen”, so Smith.

Kaffee der Arabica-Bohne zur Auslieferung im März verteuerte sich bereits um 1,4% auf 1,3790 US-Dollar je Pfund, so viel wurde seit ca. acht Monaten nicht mehr gezahlt. Der Preis für Robusta-Kaffee zur Auslieferung im Mai zog im Preis sogar um 2% an auf 1875 US-Dollar je Tonne.

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Arabica günstig – Brasilien verkauft alte Kaffeeernten

Der Kaffeepreis geht aktuell weltweit zurück / Copyright: stockcreations - Fotolia.com

Der Kaffeepreis geht aktuell weltweit zurück / Copyright: stockcreations – Fotolia.com

Der rückläufige Entwicklung bei den Preisen für Arabica-Kaffee findet offenbar kein Ende. Seit Mitte Mai dieses Jahres rutschte der Preis um 18,5 Prozent ab und ein amerikanisches Pfund (rund 453 Gramm) Arabica-Kaffee wurde an US-amerikanischen Terminbörsen zuletzt mit 1,21 US-Dollar veranschlagt, nach mehr als drei US-Dollar vor etwa zwei Jahren.

Immer mehr Kaffee gelangt auf den Weltmarkt und der Grund dafür liegt neben ertragreichen Ernten auch bei der Abwertung der brasilianischen Währung. Gegenüber dem US-Dollar verlor der brasilianische Real seit Mitte März um 15 Prozent an Wert. Die Kaffeebauern in Brasilien versuchen, ihre restlichen Lagerbestände aus der alten Ernte noch schnell loszuwerden, bevor der Wert der brasilianischen Währung noch weiter zurückgeht. Außerdem hat sich die Nachfrage aus dem Ausland aufgrund der günstigeren Preise erhöht.

Das bestätigen aktuelle Daten des brasilianischen Handelsministeriums: In der ersten Hälfte von 2013 stiegen die brasilianischen Kaffeeexporte um 20 Prozent an. Etwa 800.000 Tonnen mehr Kaffee als im Vorjahr gelangten somit auf den Weltmarkt. Das somit entstehende Überangebot drückt auch die Einkaufspreise für Großkaffeeverwerter wie Starbucks oder Kraft Foods.

Der Weltmarkt für Kaffee erlebt nun das vierte Jahr in Folge einen Angebotsüberhang. 18 vom Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg befragte Analysten rechnen daher mit einer Fortsetzung der Preiskorrektur. Sie gehen davon aus, dass der Preis für ein Pfund Arabica-Kaffee bis zum Jahresende von aktuell 1,21 US-Dollar pro Pfund auf dann nur noch 1,08 US-Dollar fallen wird.

Anleger sollten in jedem Fall beachten, dass die Entwicklung der Kaffeepreise von einer Vielzahl wirtschaftlicher, klimatischer und landwirtschaftlicher Faktoren abhängt, die vor einem Kauf oder Verkauf berücksichtigt werden sollten. Im Gegensatz zu anderen Anlageformen bieten auch vergangene Wertentwicklungen keinen zuverlässigen Hinweis für die Zukunft.

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Brasilianischer Kaffeepreis dieses Jahr hängt stark vom Wetter ab

Kaffeeernte im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais / Copyright: CC Flickr/ Delarisse

Kaffeeernte im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais / Copyright: CC Flickr/ Delarisse

Wenn es um Brasilien geht, spielt das Wetter für Rohstoff-Trader eine große Rolle. Denn dieses kann kurzfristig entscheidend für den Kaffeepreis sein. Brasilien ist weltweit das wichtigste Kaffee-Anbauland und vor Kurzem begann dort die Erntephase.

Im letzten Jahr kamen aus Brasilien fast 40 Prozent der weltweiten Kaffeeproduktion mit 49,2 Millionen Sack Kaffee (zu jeweils ca. 60 kg) – von global insgesamt 133,8 Millionen Sack. Wenn es zu Kälteproblemen jetzt in der Ernteperiode kommen sollte (in Brasilien ist gerade Winter), dann könnte der Kaffeepreis sprunghaft ansteigen.

Die aktuellen Berichte über die laufende Erntephase sind nicht schlecht: Im März hatte es noch Regenfälle gegeben, sodass die Kaffeepflanzen offenbar gut wachsen konnten. Aktuelle Schätzungen des brasilianischen Landwirtschaftsministeriums sagen daher eine Ernte von 47 bis 50,2 Millionen Sack Kaffee voraus. Im letzten Erntejahr waren es 49,2 Millionen Sack. Auf Grund dieser Prognose hat Goldman Sachs eine Schätzung in Höhe von 145 cent je Pfund für den Kaffeepreis abgegeben. Das liegt etwa auf dem Niveau des aktuellen Preises. Laut Goldman Sachs wäre bei der erwarteten brasilianischen Erntemenge sichergestellt, dass es in 2013/2014 einen in Bezug auf Angebot und Nachfrage ausgeglichenen Kaffeemarkt gibt. Im Falle eines kleines Angebotsdefizits könnte Lagerbestände aushelfen.

Laut Experten Einschätzungen hängt der Kaffeepreis nun sehr von der genauen Höhe der brasilianischen Ernte ab. Da das Wetter nicht beeinflusst werden kann, muss hier mit einem gewissen “Glücks-Faktor” (oder “Pech-Faktor”) kalkuliert werden.

Fachleute sagen, dass die brasilianische Ernte am oberen Rand der genannten 47 bis 50,2 Millionen Sack Kaffee liegen müsste, damit es weltweit zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage kommt. Die “International Coffee Organization” hat kürzlich mitgeteilt, dass die Kaffeeplantagen in Mittelamerika unter starkem Pilzbefall leiden.

Der Kaffeepreis ist auf ein Mehrjahrestief gefallen, der so nicht nachhaltig sein kann: Zu Preisen unter 130 cent je Pfund können viele Kaffeeplantagen nicht mehr profitabel herstellen. Es muss sich hier wohl um spekulative Übertreibung nach unten handeln oder um vorzeitige eine “Einpreisung” einer neuen Rekordente. Das würde jedoch bedeuten, dass eine niedrige Kaffeeernte in Brasilien zu wieder steigenden Kaffeepreisen führen würde.

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Rekordernte in Brasilien verbilligt Kaffee – Chancen für Anleger

Kaffee-Rekordernte in Brasilien drückt auf die Preise / Copyright: Marco Mayer - Fotolia.com

Kaffee-Rekordernte in Brasilien drückt auf die Preise / Copyright: Marco Mayer – Fotolia.com

Kaffee wird immer günstiger – allerdings nur im Rohzustand. Geröstete Bohnen, die vom Kaffeetrinker gekauft werden, bleiben hingegen teuer. Somit können die Gewinne für die Kaffeeröster steigen, was Anlegern gute Einstiegschancen bietet.

Den starken Preisrückgang für Kaffee kann momentan offenbar nichts aufhalten: Nachdem bereits im November vergangenen Jahres ein 30-Monats-Tief festgestellt wurde, fiel der Preis seitdem noch weiter. Mitte März notierte ein Pfund (etwa 454 Gramm) Arabica-Kaffee bei 1,39 US-Dollar. Noch zu Beginn des Jahres 2011 kostete ein Pfund mehr als drei US-Dollar. Das ist ein Preisverfall von rund 60 Prozent.

Eine rekordhohe Kaffeeernte im wichtigsten Anbauland Brasilien belastet die Preise mittelfristig weiterhin. Die weltweit gelagerten Kaffeebestände stiegen zum 1. Februar auf 2,63 Millionen Sack, was dem höchsten Stand seit etwa drei Jahren entspricht. Aktuell halten Anleger etwa 14.000 sogenannte Netto-Short-Positionen, also Wetten auf fallende Preise.

Für den Endverbraucher wird sich allerdings wenig ändern. Noch hat kein großer Röster angekündigt, die Preise zu reduzieren. Darin besteht aber eine Chance für Anleger: Wenn die Einkaufskosten gering sind und gleichzeitig der Verkaufspreis hoch ist, wird sich die Marge erhöhen. Das kann sich positiv auf die Aktienkurse auswirken. Das könnte etwa die Kaffeehauskette Starbucks betreffen. Der Wert des Unternehmens hat sich seit November 2008 versiebenfacht, das ist eine bessere Entwicklung als zum Beispiel beim Computerhersteller Apple. Auch Amerikas größter Lieferant von Kapsel- und Portionskaffee, Green Mountain, hat profitiert. Seit vergangenem Sommer ist dessen Aktienkurs um über 210 Prozent gestiegen. Aktuell notiert das Wertpapier bei etwa 54 Euro. Auch auf Nestlé lohnt sich ein Blick, die mit ihrer Premium-Kaffeemarke Nescafé von den günstigen Einkaufspreisen profitieren.

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